Ein Kleinod im Luisenhain

Mit der Regulierung des Rechten Regnitzarmes erfuhr der Luisenhain östlich des Hutangers eine Gebietserweiterung. Damit wurde Platz für ein wahres Kleinod im Hain geschaffen. Gartenamtsleier Viktor Luster griff Überlegungen aus dem Jahr 1909 auf und fertigte 1923 den Plan für einen Botanischen Garten an. Dabei berücksichtigte er die Grundidee aus dem Jahr 1909, einen Schulgarten nach pflanzensoziologischen, d.h. Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb des Pflanzenreiches anzulegen.

Pflanzen wurden entsprechend ihrer Verwandtschaft in ihren Familien - z.B. Kreuzblütler, Hahnefußgewächse, Rosenartige etc. ausgepflanzt. Daneben wurden Vegetationsbilder unterschiedlicher Standorte angelegt. Aus dieser Zeit bekannt sind ein Alpinum, wo bestimmte Pflanzen auf "ihrer" Gesteinsart zu bewundern waren. Außerdem werden Bachpflanzen, Wasserpflanzen, Berggewächse, Schlinggewächse oder Schattenpflanzen genannt. Abgerundet wird der Garten durch technisch wichtige Pflanzen, zu denen Oel-, Stärke-,Färber- oder Faserpflanzen gehören. Arzneipflanzen und ein Kräutergarten verwiesen auf die Heilwirkung vieler Pflanzenarten. Und für das Auge wurden Prachtstauden, Gehölze oder Ruheplätze in den Garten integriert. Die Modernität dieser inhaltlichen Gestaltung ist dabei heute keineswegs verloren gegangen.

 

Den Charakter als Lehrgarten ist nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch nicht mehr nachvollziehbar. Zu Beginn der 1960 Jahre schuf man eine Wald- und Heidepartie. Ausdauernde Stauden und umfangreiche Schmuckrabatten entlang der Hauptwege entstanden in der Folgezeit und prägen bis heute das Bild des Botanischen Gartens. Eine "Wiederbelebung" des Botanischen Gartens als hochwertige Schauanlage mit thematischen Schwerpunkten ist eines der zukünftigen Ziele des Bürgerparkvereins.