Ein Auwald wird zum Volkspark

Vom Mittelalter bis zur Säkularisation im Jahr 1803 war der so genannte „Mühlenwörth“ ein mit Eschen, Erlen und Eichen durchsetzter Auwald. Dieser Auwald war im Besitz des Domkapitels und wurde  den Müllern zum Lehen gegeben.

In der Zeit von 1803 bis 1851 wurde dieser Auwald zu einem Volkspark im Stil englischer Landschaftsgärten umgestaltet. Bereits damals wurde das Areal durch den Hollergraben in zwei Teile gespalten: den "Unteren" und den "Oberen Mühlenwört", die wir heute als Theresien- und Luisenhain kennen. Hinsichtlich ihrer Besitzverhältnisse und der zum Teil damit verknüpften Entstehungsgeschichte müssen beide Gebiete einzeln betrachtet werden.

Der Theresienhain

Die Geschichte des Volksparks beginnt mit der Umgestaltung des „Unteren Mühlenwörth“.  Zunächst wurde das Terrain durch die Pflanzung einer Lindenallee zwischen dem linken Regnitzarm und dem Hollergraben erschlossen.

Der eigentliche Gestalter der ersten Entstehungsphase des Volksparks war der neue Landesherr Stephan Freiherr von Stengel. Unter seiner Aufsicht wurden Gehölze gepflanzt, Wege angelegt und Staffagebauten, wie der Monopteros errichtet. Mit dem Badehaus oder der Brücke über den Hollergraben entstand ein Volkspark, der ganz im Sinne der englischen Gartenkunst Natur und Architektur miteinander kombinierte. Auseinandersetzungen in Bezug auf die Unterhaltungskosten, bewogen König Ludwig II, das Gelände der Stadt Bamberg zu schenken. Im Gegenzug musste Bamberg sich verpflichten, den Hain als Park für die Bevölkerung zu erhalten.

Der Luisenhain

Der Ausbau der „Oberen Mühlenwörth“ begann im Jahr 1825. Zuvor erwarb die Stadt Bamberg das Terrain.

Sämtliche Umgestaltungen zum Landschaftspark wurden somit von Anfang an von der Stadt Bamberg initiiert und mit deren Geld bzw. durch Spenden aus der Bevölkerung finanziert. Die begrenzten finanziellen Mittel erlaubten nur eine schrittweise Gestaltung. Der zusammenhängende Volkspark wurde deshalb erst im Jahr 1851 vollendet.

 

An Plänen aus unterschiedlichen Jahren können Sie die schrittweise Entwicklung des Hains nachvollziehen.

Plan 1 aus dem Jahr 1787

Plan 2 aus dem Jahr 1804

Plan 3 aus dem Jahr 1816

Plan 4 aus dem Jahr 1822

Plan 5 aus dem Jahr 1826