Nachbarschaften zum Hain-Park.

Durch die Regnitzarme und durch den "Alten Kanal" getrennt, wie auch stellenweise durch den Hollergraben, gibt es bemerkenswerte Nachbarschaften, die flankierend zum Hain-Park als Attrakivität erwähnenswert sind. Wie zum Beispiel...

Der Luitpoldhain.

Der Theresienhain und Luisenhain sind als Hain-Park definiert. Da gibt es in der Nachbarschaft aber noch den - in der Fläche dezimierten - Luitpoldhain.

Auf der östlichen Seite des rechten Regnitzarms, als Nachbar zum Hain-Park, befindet sich der Rest des Luitpoldhains. Durch die bauliche Anlage des Main-Donau-Kanals in den 1960-er Jahre hat er an Fläche verloren und ist in der Wahrnehmung der Publizität zurückgedrängt worden. Er ist aber noch da mit seinen geräumigen Freiflächen in dem Laubwäldchen.

Wenn auch eingeengt im Dreieck von Straßen, Brücke und Ufer, durchzogen von Fußgänger- und Radwegen, bietet er genug positive Atmosphäre zum Verweilen.

Der Kiosk, in 2017 restauriert und ab Frühjahr 2018 neu bewirtschaftet, ist er mit den benachbarten Kinderspielplätzen der nördliche Eingang zum Luitpoldhain.

Das Haus in der "Wolfsschlucht".

Nachbarschaft zum Luisenhain am linken Ufer des linken Regnitz-Armes versteckt: Entstanden als Vereinshaus des Bamberger Ruderclubs, eingebaut in einen ehemaligen Steinbruch ("Wolfsschlucht") hat das Gebäude eine lange Historie als Jugendherberge. Diese Zeit ist vorbei.

Nach einer grundlegenden Restaurierung dient es seit Frühjahr 2019 als "Erlebnispädagogisches Kompetenztentrum". Unter der Trägerschaft des Don Bosco Jugendwerks werden hier jugendliche Wohngruppen pädagogisch betreut und auf ihre persönlichen Zukünfte vorbereitet.

 

Die Stefaniter Gefilde.

Für den aufmerksamen Beobachter erschließt sich auf der Westseite des linken Regnitzarms gegenüber des Theresienhains eine Besonderheit. Der bewaldete Berghang lüftet im späten Herbst bis zum Frühjahr sein Geheimnis. Teile der sogenannten Stefaniter Gefilde – so bezeichnet die Legende eines alten Stadtplans das Areal der ehemaligen Immunität St. Stephan - zeigen sich dem Beschauer bei dem Blick über den linken Regnitz-Arm. Die Jahrhunderte alte Kulturlandschaft beherbergt verborgene Gartenlandschaften, die es selten zu entdecken gibt.

Die unten im Bild sichtbaren Hangstrukturen sind ehemals Terrasengärten der Villa Reindl. Im Barock wuchsen dort keine Bäume. Da hat aber die "wilde" Natur durch ausgebliebene Gartenpflege das Terrain mit Baumbewuchs zurückgeholt. 

Verborgene Hangterrassen oberhalb des Oberen Leinritts.

Die Bamberger Regnitz-Fähre.

Ende September 2012 wurde die Fährverbindung von der Schleuse 100 hinüber zum Oberen Leinritt / Alter Graben aufgenommen.  Fußgänger und Radfahrer erhielten so eine direkte Verbindung zwischen Stephansberg und Hain. Das Vorhaben entstand auf Initiative des Bürgervereins Bamberg-Mitte e.V. und wird realisiert durch das Jugendwerk Don Bosco, das als Betreiber im Rahmen eines Projekts für benachteiligte Jugendliche fungiert. - Weitere Informationen unter www.chance-jugend-faehre.de

Das als Gierseilfähre konstruierte Gefährt wird von der Wasserkraft der fließenden Regnitz bewegt. Das Konzept der Fähre ist entstanden in einem Wettbewerb innerhalb der Studentenschaft der Hochschule Deggendorf für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik.

Der Alte Kanal und Schleuse 100.

Mit dem Alten Kanal und der "Schleuse 100" hat Bamberg ein Kleinod als bauliches Dokument. Es steht für Aufbruch und Niedergang eines historischen Verkehrsweges.

Schleuse 100 in Bamberg - und weiterhin funktionsfähig.
Schleuse 1 in Kehlheim.
Funktionsschema.

Schon im 9.-Jahrhundert - zu Zeiten von Kaiser Karl dem Großen - soll es Bestrebungen gegeben haben, die Wasserwege Main und Donau zu verbinden. Im 19. Jahrhundert wurde diese Vision erstmals angegangen, das Projekt zu realisieren. Zeugnis davon ist in Bamberg der "Alte Kanal" - sprich Ludwig-Donau-Main-Kanal - mit seiner Schleuse.

100 Schleusen wurden gebaut, um die Höhen des Fränkischen Juras zu überwinden und, über Nutzung der Flußbereiche der Regnitz, der Altmühl und mit künstlichen Kanälen, die Nordsee mit dem Schwarzen Meer zu verbinden. Wegebezeichnungen wie "Leinritt" oder "Treidelpfad" weisen auf die Art der Nutzung der Wasserwege hin. - Dann kam in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Eisenbahn und der Kanal hatte bald ausgedient.

Wenige Relikte geben Hinweise auf diesen historischen Kanal. So existiert u.a. noch die Schleuse 1 in Kehlheim und - eben - die Schleuse 100 in Bamberg.

Der neue Kanal und Schleuse 16.

Bamberg musste in den 1960er-Jahre mit dem Bau des - neuen - Main-Donau-Kanals eine Riesenbaustelle ertragen. Der rechte Regnitzarm wurde vertieft, verbreitert und in einem Trog angeschlossen an dem sehr umstrittenen Kanal-Projekt.

Als Übergang von der Regnitz zum Main-Donau-Kanal entstand im Süden Bambergs eine der 16 Kanalschleusen. Das benachbarte Jahnwehr reguliert den Wasserausfluss des rechten Regnitzarms und dient gleichzeitig als östlicher Übergang zum Luisenhain.

Die systemisch wasserwirtschaftlichen Maßnahmen haben für Bamberg aber auch einen positiven hydrologischen Effekt: Die Hochwassergefahr für die Stadt ist weitgehenst gebannt.

Vergnügliches Verweilen am Rande des Hain-Parks.

Hain-Spielplatz - Teil der Bayerleinswiese

Kinder-Spielplatz, Mini-Golfanlagen, Tretbootfahren, Skater-Anlage, Freifläche für temporäre Veranstaltungen - in der Nachbarschaft des Hain-Parks addiert sich das Spielerische mit dem Erholsamen.

"Skate-Park" an/unter der Heinrichsbrücke.

Nachbar - aber mitten drin im Theresienhain: Das Bootshaus.

Hoch zum Vortrag...

Als Heimstätte der Bamberger Rudergesellschaft ist den Bambergern und seinen Gästen das "Bootshaus" der Begriff für Gastlichkeit am Fluss. Der einladende Biergarten ist in der entsprechenden Saison willkommener Anlaufpunkt für Hain-Spaziergänger und -Radelfahrer.

Und zudem ist das Restaurant passender Treffpunkt für Vortragsveranstaltungen des Bürgerparkvereins.

Das urbane Hain-Gebiet.

Der Hain als Bürgerpark hat dem benachbarten Stadtquartier seinen Namen gegeben: Das Hainviertel.

Angrenzend an dem Theresienhain hat sich das Quartier nach Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem angesehenen Wohnviertel entwickelt. Dieser Stadtteil von Bamberg wurde in der baulichen Struktur und Qualität insbesonders durch die wohlhabende Bamberger Judengemeinde bis in die 1930-er Jahre geprägt, geprägt auch als damaliges Zentrum des Hopfenhandels.

Empfehlung als Lektüre: "Das Hainviertel - Ein von jüdischen Bürgern geprägter Stadtteil im Süden der Bamberger Inselstadt"

Die gewachsenen urbanen Strukturen des Hain-Gebietes in Bebauung, Gärten und Wegeverbindungen stehen im diffizilen Kontext zu heutigen Standards und zur prosperierenden Stadtentwicklung. Den Anforderungen unter Berücksichtigung der Tradition des Viertels gerecht zu werden zeigt eine Analyse aus dem Jahre 2014 auf.

Das 122-seitige Dokument kann hier abgerufen werden - per "Klick".

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